Achtung! MaKo 2020 – Wichtige Änderungen schon ab Oktober 2019

MaKo 2020 reloaded

Der Juni 2019 war ein aussergewöhnlicher Monat für die deutsche Energiewirtschaft – Am 6., 12. und 25 Juni 2019 hatten wir in Deutschland mehrfach eine bemerkenswerte Unterspeisung unseres Netzes. Regelenergiepreise stiegen auf 37.865 €/MWh, an der EEX wurden 1.000€/MWh aufgerufen! Die Schuldigen werden noch gesucht aber im Verdacht stehen Bilanzkreisverantwortliche, die ihr Portfolio zu Lasten der Versorgungssicherheit durch Arbitrage-Geschäfte optimiert haben sollen. Die BNetzA regiert bemerkenswert schnell. In mehreren Schritten wird zunächst die MaKo 2020/bzw. die Restlaufzeit des Interimsmodells  vorab wesentlich geändert und im Weiteren wird die Ausschreibung von Regelenergie sowie die Pönalisierung von Bilanzkreisverantwortlichen bei fehlender aktiver Bewirtschaftung ihrer Bilanzkreise neu gedacht. Die „Sofort-Maßnahme“ ist eine bereits vor dem geplanten Start der MaKo 2020 (1. Dezember 2019) ab 1. Oktober wirkende Änderung. Der Kern dabei heißt, tägliche Messwertübermittlung der RLM-Kunden an die ÜNB , unabhängig von der verwendeten Messtechnik!

Deren technische Umsetzung muss allerdings zwischen einer Anwendung im Rahmen des – noch bis einschließlich 30.11.2019 gültigen – Interimsmodells der Marktkommunikation und der Anwendung nach den Vorgaben der neuen Marktkommunikation 2020 (ab 01.12.2019) unterscheiden können!

Was ändert sich?

  • Im Interimsmodell der Marktkommunikation
    • Stammdatenübermittlung aller betroffenen RLM-Marktlokationen vom Verteilnetzbetreiber (VNB) an den jeweiligen ÜNB mittels einer zum 01. sowie zum 15. Kalendertag eines Monats zu übermittelnden Lieferantenclearingliste
    • Messwertübermittlung vom VNB an den jeweiligen ÜNB, parallel zu der bereits nach GPKE verpflichtenden werktäglichen RLM-Messwertübermittlung an den LF
  • Ab Inkrafttreten der MaKo2020
    • Stammdatenübermittlung: Der Lieferant (LF) sendet im Rahmen der Stammdatensynchronisation nicht nur Stammdaten für solche Marktlokationen an den ÜNB, für die der ÜNB die Datenaggregationsverantwortung hat, sondern zusätzlich auch für alle RLM-gemessenen Marktlokationen
    • Messwertübermittlung: Der Messstellenbetreiber (MSB) nimmt den ÜNB als weiteren Messwertempfänger mit in die Verteilung auf und sendet ihm alle Messwerte werktäglich zu.

Diese kurzfristig strukturelle Maßnahmen werden nun bis zum 9.8.2019 konsultiert und sollen das Ausgleichen von Bilanzkreisen sicherstellen.

Als weitere Maßnahme der BNetzA aufgrund der Analysen im Juni ist vorgesehen, die Berechnung des Ausgleichsenergiepreises an einen Börsenpreisindex anpassen, um in Zukunft Situationen wie die Unterspeisungen im Juni zu vermeiden.

ifed-Chef in den Aufsichtsrat der EWS Schönau gewählt

Rüdiger Winkler, geschäftsführender Gesellschafter der ifed GmbH und des EDNA Bundesverbans Energiemarkt und Kommunikation wurde am 28. Juni 2019 zum Aufsichtsratsmitglied der Elektrizitätswerke Schönau gewählt. In seiner Vorstellung sprach Winkler davon, dass er die Leidenschaft für dezentrale erneuerbare Energieversorgung mit den EWS teile und darauf hofft, in den näcsten drei Jahren mit seiner Expertise zum Erfolg des Premium-Ökoversorgers beitragen zu können.

Innovationsausschreibungen – es tut sich was!

Am 25. Juni hat das BMWi den ersten Referentenentwurf einer Innovationsausschreibungsverordnung (InnAusV) in die Länder- und Verbändeanhörung gegeben. Damit werden die rechtlichen Grundlagen für Innovationsausschreibungen nach dem EEG konkretisiert. Der Entwurf ist zwar noch nicht innerhalb der Bundesregierung abgestimmt, jedoch sind die Konkretisierungen und der Zielansatz deutlich erkennbar.

Die technologieneutrale Innovationsausschreibung basiert auf drei wesentlichen neuen Elementen: fixe, statt dynamischer Marktprämie, Förderpause bei negativen Strompreisen sowie eine Zuschlagsbegrenzung bei zu geringer Nachfrage nach der ausgeschriebenen Leistung (Unterzeichnung). Wer das Energiesammelgesetzes kennt, dem kommen diese Elemente allesamt bekannt vor. Nun gilt es, die angedachten Regelungen zu analysieren und auf Ihre Praxistauglichkeit zu prüfen. Klar ist, dass auch Innovationsausschreibungen den Markt für Erneuerbare Energien beflügeln, nicht einschränken dürfen.

Marktstammdatenregister am Start

Die Bundesnetzagentur hat mit dem Marktstammdatenregister (MaStR) ein behördliches Register des Strom- und Gasmarktes eingeführt, das von den Behörden und den Marktakteuren des Energiesektors (Strom und Gas) genutzt werden kann. Ziel ist, diverse behördliche Meldepflichten durch die zentrale Registrierung zu vereinheitlichen, vereinfachen oder ganz abzuschaffen. Die gesetzliche Grundlage findet sich in § 111e und § 111f Energiewirtschaftsgesetz (EnWG).
Ursprünglich sollte das Marktstammdatenregister als online-basierte Datenbank ab dem 1. Juli 2017 seinen vollständigen Betrieb aufnehmen. Aufgrund von Verzögerungen beim Aufbau des Registers sollte die Nutzung für alle Marktakteure (Meldepflicht für alle Neuanlagen, Integration aller Marktakteure und Übernahme der Datenverantwortung für Bestandsanlagen) zunächst ab Herbst 2017 möglich sein. Die BNetzA hat das MaStR schließlich am 31. Januar 2019 vollumfänglich in Betrieb genommen. Zwischenzeitlich konnten nur Strom- und Gasnetzbetreiber ihr Unternehmen im MaStR registrieren. Quelle: EEG-Clearingstelle

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2019 mit vielen neuen Seminaren

Allen Kunden und Kooperationspartnern wünschen wir ein erholsames friedliches Weihnachtsfest und ein erfolgreiches Jahr 2019. Vielleicht können auch unsere Schulungen zu Ihrem Erfolg im kommenden Jahr beitragen.
Denn auch in 2019 werden wir wieder in Zusammenarbeit mit der IBE UG sowie dem VfEW Baden Württemberg öffentliche energiewirtschaftliche Seminare durchführen. Neben aktuellen Themen wie dem Energiesammelgesetz (im Update Energiewirtschaft) sowei der Vermarktung der Ü-20-Anlagen des EEG werden bewährte Fortbildungsthemen aus der Marktkommunikation oder den Geschäftsprozessen im Mittelpunkt stehen. Ein besonderes Bonbon ist der Fortbildungskurs zum EEG-Manager, der auf vielfachen Wunsch ab Ende September zum dritten Mal durchgeführt wird. Hier gibt es weitere Informationen: Seminare 2019

16.08.2018: Begrenzung der EEG-Umlage für KWK-Eigenversorgung

Die EU-Kommission hat den BMWi-Entwurf zur EEG-Umlagepflicht für nach dem 1. August 2014 aufgenommene Eigenversorgungen aus KWK-Anlagen beihilferechtlich genehmigt. Dies geht aus einer Pressemitteilung der EU-Kommission vom 1. August 2018 hervor. Der Wortlaut der Genehmigung ist bislang nicht veröffentlicht, die nationale Umsetzung der Regelung steht noch aus. Wesentlich ist, dass bis zum Inkrafttreten einer nationalen Neuregelung weiterhin 100 % der EEG-Umlage auf die Eigenversorgung aus KWK-Neuanlagen zu zahlen sind, sofern keine Befreiung nach einem anderen Privilegierungstatbestand des geltenden EEG 2017 einschlägig ist. Perspektivisch werden Abschlagszahlungen ab dem 1. Januar 2018 zurückerstattet, die sich nach Inkrafttreten der Neuregelung als zu viel gezahlt erwiesen haben

Quelle: VBEW

Fünfte Änderung des EEG 2017 verabschiedet

Der Bundestag hat am Freitag, 8. Juni 2018, den Gesetzentwurf des Bundesrates zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (19/1320) in der vom Wirtschaftsausschuss geänderten Fassung (19/2581) angenommen. Der Bundesrat billigte das Gesetz ebenfalls am Freitag, 8. Juni 2018.

Hintergrund:
Im Jahr 2017 erhielten bei Ausschreibungen fast ausschließlich Bürgerenergieanlagen den Zuschlag für Windenergie an Land. Bürgerenergiegesellschaften haben das Privileg, an Ausschreibungen teilzunehmen, ohne zuvoreine bundesimmissionsschutzrechtliche Genehmigung eingeholt haben zu müssen und ihnen wird eine um zwei Jahre verlängerte Realisierungszeit eingeräumt. Die Bürgerprojektzuschläge konzentrieren sich auf einige wenige große Gesellschaften, die formal als Bürgerenergiegesellschaften eingestuft werden. Dabei ist deutlich geworden, dass die bisherigen EEG-Normen entgegen ihrer Zielsetzung nicht als Ausnahmevorschriften zur Anwendung kommen, sondern regulär. Im Jahr 2019 droht nunmehr eine Ausbaulücke, da die hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass für die genannten Anlagen die um zwei Jahre verlängerte Realisierungszeit genutzt wird. Hinzu kommt eine Verzögerung infolge der Beantragung einer bundesimmissionsschutzrechtlichen Genehmigung. Es besteht das Risiko, dass Bieter ohne diese Privilegien vom Markt verdrängt werden. Der Gesetzentwurf sieht eine Änderung im EEG dahingehend vor, dass Bieter mit bereits erteilten immissionsschutzrechtlichen Genehmigungen und kurzer Realisierungsdauer bei den nächsten Ausschreibungen den Zuschlag bekommen. Die Vorlage einer solchen Genehmigung soll zwingende Voraussetzung für die Teilnahme an Ausschreibungen sein. Entsprechende kurzfristige Sonderausschreibungen hierfür sollen die drohende Ausbaulücke im Jahr 2019 abfedern. Die Aussetzung der Sonderregelung für Bürgerenergie wird bis zur ersten Hälfte des Jahres 2019 ausgedehnt. Einerseits könne der Gesetzgeber die Ausschreibungsergebnisse dadurch auswerten und weitere Anpassungen vorbereiten. Auf der anderen Seite erhielten Projektierer sowie Hersteller von Anlagen und Zulieferer Planungssicherheit. Die Ausschreibungsmengen sollen vorgezogen und später verrechnet werden, damit Bürgerenergiegesellschaften die zugeteilten Mengen nicht verspätet oder überhaupt nicht verwirklichen.

Nach der Erhöhung soll die Rückkehr zum bisherigen Ausbaupfad erfolgen. Damit auch nach 2018 und 2019 eine Ausbaulücke vermieden wird, werden mittelfristig weitere EEG-Änderungen erforderlich sein.
(Quelle: Wirtschaftsausschuß, Gesetzentwurf)

Die Praktiker des ifed. Instituts sind gern gesehene Referenten zu allen Fragen der Energieversorgung. Didaktisch und rethorisch geschult, verstehen Sie es, gezielt auf die Bedürfnisse Ihrer Teilnehmer einzugehen. Egal, ob Netzbetreiber, Vertrieb oder anderer Unternehmensbereich – mit unserem aktuellem Wissen sind Sie immer auf der sicheren Seite bei der Frage, wer das Management, die Assitenz, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ziel- und ergebnisorientiert schulen soll.